Ihr Kollege gibt sich sexistisch - wie verhalten Sie sich?

Herbert kam genau mit dieser Frage zu mir. Er war hin- und hergerissen. Einerseits fand er das Verhalten seines Kollegen unerträglich, andererseits wollte er auch die Freundschaft nicht gefährden. Ich empfahl ihm, seinen Zielkonflikt mithilfe des Advisory Boards zu visualisieren. Wie die Methode genau funktioniert, lesen Sie hier ->.

 

Bei der Benennung der Punkte, die ihm wichtig sind, zeigt sich, dass er sich im Augenblick weder privaten Stress noch Stress am Arbeitsplatz leisten wollte. Dennoch wollte er Flagge zeigen, und auch das "Freund sein" war ihm wichtig. Im nächsten Schritt überlegten wir die Optionen, die infrage kamen, die Gesamtheit der sich zum Teil widersprechenden Ziele zu unterstützen. Im dritten Schritt sollte Karl Bewertungsmagnete in die Felder platzieren, wo sich jeweils ein Was-ist-wichtig-Aspekt mit einem Kandidaten traf. Natürlich war die Option, seinen Kollegen dirket anzusprechen, denkbar ungeeignet für das Ziel "keinen Stress haben". Insofern setzt Herbert in das Feld, wo sich diese Option und dieses Ziel treffen, nur einen Punkt. Ensprechend erhält das Paar "Ihn direkt ansprechen / Flagge zeigen" natürlich den Maximalwert von 6 Punkten. Diese Bewertungen sind natürlich rein subjektiv und relativ grob. Aber das reicht aus, um Herbert zu helfen, seine Gedanken zu sortieren und zu einer Entscheidung zu finden, die für ihn persönlich die richtige ist.

 

Was am Ende die beste Entscheidung für Herbert ist, hängt davon ab, wie er diese Bewertung durchführt und wie er die Was-ist-wichtig-Aspekte gewichtet. Ich bat ihn, 10 Punkte auf die Aspekte zu verteilen. Dabei wurde ihm klar, dass das Ziel "Flagge zeigen" für ihn persönlich aktuell ein größeres Gewicht hatte, als das Ziel "keinen Stress haben". Zum Schluss multipliziert man die Werte in den Feldern mit den Gewichten und addiert die Werte in den Zeilen. In Herberts Fall zeigt sich sein Hin- und Hergerissensein auch in der Knappheit der Ergebnisse. Dennoch wird eine  Präferenz deutlich. Wenn Herbert seine Bewertungen ernst nimmt - und vor allem das, was ihm wichtig ist - wird er seinem Freund zunächst einmal ein Signal geben. Wie dieses Signal aussehen könnte, kann man ebenfalls mit dieser Methode herausfinden. Ich habe jedenfalls eine Idee, was man in einem solchen Fall tun könnte. 

 

Das Advisory Board ist eine perfekte Methode, um Orientierung zu finden und zu überlegen, wie man sich in spezifischen Situationen verhalten sollte. Die Methode kann nicht nur für persönliche Entscheidungen angewendet, sondern auch für unternehmerische. Wenn Sie mehr über das Advisory Board erfahren wollen, rufen Sie mich gerne an (0152 536 70 620).

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