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Wenn das Leben so weh tut, dass man es nicht mehr erträgt...


Ich wehre mich gegen den lapidaren Umgang mit dem Wort "Scheitern". Noch mehr wehre ich mich, wenn Leute verkünden, scheitern sei "nur" die Vorstufe von Erfolg. Wer das behauptet, ist nie wirklich gescheitert. Der Begriff steht ursprünglich für das Zerspalten von Holz. Wenn etwas gescheitert wurde, war es unwiederbringlich zerstört, nur noch zum Verbrennen geeignet. Heute wird der Begriff auf alles und jedes angewandt, was nicht gelungen ist. Wer einen Kunden nicht gewonnen hat erklärt sich genauso für gescheitert, wie derjenige, der in Mülltonnen nach Verwertbarem sucht, von der Gesellschaft als "Gescheiterter" bezeichnet wird. Startup-Unternehmer, die fremdes Geld verbrannt haben gehen zum Teil so weit und kokettieren mit ihrem "Scheitern". Das ist für mich unerträglich. Die wirklich Gescheiterten finden wir auf den Abstellgleisen unserer Gesellschaft. Für sie habe ich dieses Buch geschrieben. Und für diejenigen, die ihr eigenes Scheitern verhindern wollen.

 

Das lernt man nämlich nicht auf "Faillure Conferences" und schon gar nicht bei den selbsternannten Motivationsgurus oder in "Du-kannst-alles-Erreichen-wenn-Du-nur-willst" Büchern. Wir lernen nichts aus unseren Fehlern, wenn wir an der Oberfläche bleiben. Wer schon mal ein Unternehmen gegen die Wand gefahren hat und ein neues gründet, ist um keinen Deut erfolgreicher, als ein Neugründer. Das ist übrigens die einzige wirklich wissenschaftlich belegbare Aussage, die es zu dieser Frage gibt.

 

In meinem Buch setze ich mich mit meinem eigenen Scheitern als Unternehmer auseinander, und zwar so, dass man daraus wirklich etwas lernen kann. Ich analysiere die wichtigsten Fehlentscheidungen, die zur Insolvenz meines Unternehmens geführt habe und zeige, welche verzerrten Wahrnehmungen (Entscheidungsfallen) dabei im Spiel waren. Bei meinem Scheitern war der materielle Schaden - bedingt durch die Insolvenz meines Unternehmen und die darauffolgende Privatinsolvenz - noch der geringste Schaden. Die schlimmste Phase begann erst mit den Entscheidungen danach. Damit habe ich mich Schritt für Schritt in eine Depression geführt in deren "Hochphase" mehrere Suizidversuche standen. Scheitern bedeutet für mich, dass das Leben so weh tut, dass man es nicht mehr ertragen kann.

 

Heute bin ich dankbar dafür. So merkwürdig es klingen mag: auch dafür, dass ich gescheitert bin. Aber natürlich auch dafür, dass die Suizidversuche "gescheitert" sind. Denn was man in dunkelsten Teil des Tunnels oft verliert, ist die Überzeugung, dass es einen Ausweg gibt. Wer diese Überzeugung verliert, verliert auch die Kraft, weiterzugehen.